Samstag, 12. Mai 2018

Jesus - Freibrief zum Sündigen?

Ist das Opfer Jesu ein Freibrief zum Sündigen?
Diese Frage wollte ich heute mal behandeln. Aber weil es langweilig ist, immer nur meine eigenen Gedanken kreisen zu hören, hab ich zu dieser Frage mal eine WhatsApp Umfrage gestartet und die Antworten fand ich recht interessant. Auf die verschiedenen Argumentationen werde ich im Verlauf des Posts eingehen.
Das Fazit nehme ich schonmal vorweg:
Ausnahmslos alle haben mit NEIN geantwortet, die meisten meinten aber nach näherem Nachfragen eigentlich Ja - so zumindest meine Interpretation;)
Meine eigene Antwort auf diese Frage ist:
JA, es ist ein Freibrief. Denn Jesus hat für JEDE meiner Sünden bezahlt: vergangene, gegenwärtige, zukünftige, unabsichtliche, absichtliche, große, kleine.... etc.
Es gibt keine einzige Sünde, für die er keine Vergebung erwirkt hat.

Was ist mit der unverzeihlichen Sünde, der Lästerung des Heiligen Geistes?
- Gern gehe ich darauf ein andermal ein, für hier reicht mir zu sagen: Das ist keine Sünde von neugeborenen Christen, sondern eine von Ungläubigen - da die noch unter dem Gesetz sind, haben sie den Freibrief nicht!

Aber warum führt nun dieser Freibrief trotzdem nicht dazu, dass Christen mordende, fremdgehende Lügner sind? Weil diese Rechnung natürlich ohne den heiligen Geist und das neue Herz, das wir bekommen haben, nicht aufgeht.

Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben; und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleische wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Und ich werde meinen Geist in euer Inneres geben; und ich werde machen, daß ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechte bewahret und tut.
Hesekiel 36:26‭-‬27 ELB

Also JA, wir KÖNNEN jetzt jede Sünde begehen, die wir wollen und es gibt keine Strafe für uns, denn es gibt KEINE Verurteilung mehr für die, die in Christus sind (Römer 8), jedoch WOLLEN wir das nicht. Denn Gott hat uns ein neues, ihm zugewandtes, für ihn offenes Herz geschenkt. Und noch dazu hat er uns seinen Geist gegeben. Gott lebt jetzt in uns. Wir sind heilig, wir gehören zu ihm. Wir sind gerecht. Und zwar nicht, weil wir das tatsächlich sind, sondern weil uns diese Prädikate durch Jesus Christus verliehen wurden.
Aber dass wir es nicht wollen heißt auch wirklich, dass wir es nicht wollen. Das heißt, wenn Du gern lügst und es prinzipiell nur nicht tust, weil "Du sollst nicht lügen" eines der Zehn Gebote ist - dann ist das nicht Gottes Geist, der wirkt, sondern dein Ego, dass sich vor Gott gern damit rühmen möchte, dass es nicht lügt!
Das Herz ist der Sitz unserer Gefühle. Wenn Gott das neu gemacht hat, heißt das, er hat auch unsere Gefühle verändert.
Ein Beispiel: Ich hab früher echt gerne Pornos geguckt und fand das auch nach meiner Bekehrung noch völlig ok, also gefühlsmäßig, obgleich ich prinzipiell dachte, das ist als Christ vielleicht eher unangebracht.
Jedoch allein das "Prinzipiell nicht dürfen" hat mich nicht davon abgehalten Pornos zu gucken.
Aber dann hat Gott mein Herz an diesem Punkt erneuert und mittlerweile widern mich Pornos einfach an. Nicht, weil ich Sex doof finde und auch nicht weil ich finde, Sex darf nur im Geheimen in den eigenen 4 Wänden stattfinden, sondern weil dies ganze Bussiness einfach total krank ist und weil ich es schrecklich finde, wenn Frauen wie Fleisch behandelt werden bzw ihren eigenen Wert nicht kennen und sich so verkaufen.
Alles mich anstrengen und Gott gefallen wollen hat also nichts gebracht, Gott musste mein Herz verändern und dann geht alles wie von selbst.
(Falls Du GERNE Pornos schaust, lass Dich von mir nicht abhalten - Es ist niemandem geholfen, wenn Du versuchst keine zu schauen, weil Du denkst es ist falsch und Dich jedes mal schuldig fühlst, wenn Du es doch tust. Schau auf Jesus und dass Du durch ihn gerecht bist, egal, was Du tust!)

Es gab in meiner Umfrage auch einen schönen Vergleich mit der Ehe:
Die Ehe sei ja auch kein Freifahrtschein dafür sich gehen zu lassen, sondern man versuche sich für den Partner nicht gehen zu lassen.
Ich finde, die Ehe ist ein wunderbarer Vergleich und möchte mal verschiedene Punkte in Bezug auf die Fragestellung beleuchten:

1. Man geht eine Ehe nicht mit der Motivation ein sich hinterher gehen zu lassen. Man heiratet jemanden, zumindest im Westen, weil man ihn liebt oder um es aufs Wesentliche herunterzubrechen: weil man seinen eigenen Vorteil darin sieht. (Diese Aussage gibt bestimmt Ärger, aber das Anerkennen dieser Tatsache verhindert, glaube ich, weit mehr Eheprobleme als das geheuchelte "Man will den anderen völlig selbstlos glücklich machen.")
Genauso ist es mit Gott:
Wir kommen nicht zu ihm UM zu sündigen. Wir erkennen, wir haben gesündigt und sehen den einzigen Ausweg darin, das Opfer Jesu für uns in Anspruch zu nehmen.

2. Ich habe mich nach der Hochzeit nicht absichtlich gehen lassen und kenne auch niemanden, von dem ich das behaupten würde. 
Also allein die Unterstellung, dass, wenn man Leuten einen Freifahrtschein zum Sündigen gibt, sie es dann auch hemmungslos tun, ist nicht haltbar.

3. Ich habe mich nach der Hochzeit nicht meinem Mann zuliebe nicht gehen lassen, sondern einfach weil ich es wollte. Ich achte gern auf mich, ich zieh mich gern schön an, ich sehe gern gut aus... Nicht meinem Mann zuliebe, sondern weil ich mich dann gut fühle. Natürlich begrüße ich es, wenn mein Mann mich auch schön findet;)
Genauso sündige ich nicht absichtlich NICHT nur um Jesus zu gefallen, ihm nachzufolgen oder meine Liebe zu beweisen. Ich tue das aus völlig egoistischen Gründen. Weil ich weiß, dass gewisse Dinge nicht gut sind für mich.
Paulus sagt:
Alles ist erlaubt, aber nicht alles ist nützlich; alles ist erlaubt, aber nicht alles erbaut.
(1. Korinther 10:23) 
Nachdem ich nun also Straffreiheit vor Gott habe, ist nicht mehr die Frage: Was erlaubt Gott und was nicht? Die Frage ist auch nicht, was gefällt Gott und was nicht?
Die Frage ist: Was ist nützlich? Was erbaut?
Um nochmal ins Bild Ehe zurück zu kehren:
Ich glaube, es ist für meinen Mann wesentlich sinnvoller, wenn ich an unserer Ehe mir zuliebe festhalte (und meinen eigenen Vorteil darin sehe), als ihm zuliebe (und meine eigenen Bedürfnisse hinten anstelle).
Warum? Weil ich sonst irgendwann ausbrenne oder jemanden treffe, der sich um meine Bedürfnisse kümmert und ich dann feststelle, dass das eigentlich viel schöner für mich ist;)
Den Freibrief Jesu also nur nicht auszunutzen um ihm zu gefallen, ist sehr gefährlich, denn dann bin ich doch ziemlich anfällig für Sünden, die mir das Leben leichter machen; und selbst, wenn ich dem nicht nachgebe, muss ich permanent mit der Versuchung leben, die diese Sünde auf mich ausübt.

ABER ich kenne diese Seite. Ich kenne das "GOTT gefallen wollen". Ich würde behaupten, ich habe die ersten 5 Jahre meines Glaubenslebens danach gestrebt, bis Gott zu mir sagte:
"DU BIST MEIN GELIEBTES KIND, AN DEM ICH WOHLGEFALLEN HABE."
Ich hab diesen Satz schon sooo oft gelesen. Der Satz, den Gott über Jesus ausspricht, als er sich taufen lässt; und ich wollte immer diesem Jesus nachfolgen, und dass Gott das auch über mich sagt. 
Bis ich erkannt habe, dass ich mir das nicht verdienen muss. Gott spricht das über mich unperfekte Doreen aus, obwohl er weiß, wer ich bin und wie oft ich sündige, ja sogar WEIL er weiß, wer ich bin. 
DAS ist der Grund, auf dem ich baue, nicht das Ziel, auf das ich hinarbeite. 
Und jetzt sehe ich Jesu' Opfer als das, was es ist: Ein Freifahrtschein mich auf dieser Erde zu bewegen ohne Angst, ohne Verdammung, ohne das Streben sündlos zu leben, dafür mit Freude und dem Anerkennen meiner Unfähigkeit sündlos zu leben und gleichzeitig der absoluten Abhängigkeit von Gott, meiner Bedürftigkeit vor ihm.
Ich glaube, Gott hat uns zur Freiheit berufen und ich persönlich spüre diese Freiheit erst, seit ich nicht mehr versuche, Gott zu gefallen!

Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein.
Johannes 8:36 ELB

Und deshalb verkünde ich auch nicht mehr ein Evangelium, bei dem sich alles darum dreht, was ICH für Gott tun kann. Es ist ein selbstgerechtes kraftloses Evangelium, dass Christen lähmt und Nichtchristen abhält, es als das zu sehen, was es ist: Die gute Nachricht!:)
Nicht wir dienen Gott, Gott dient uns.
Wir sind zwar zur Anbetung Gottes geschaffen, aber für mich bedeutet das, Gott seine Position als Geber zuzugestehen, indem ich mich in die Position des Empfängers versetze, denn ganz ehrlich, ich habe Gott NICHTS zu geben!

Vater, ich liebe Dich, weil Du mich zuerst geliebt hast! Und ich möchte es gern in alle Welt hinaus schreien: Du bist ein Gott, der frei macht! Du bist ein Gott, der gibt. Leben. Im Überfluss.
Amen

PS: Zugegeben war dieser Post mal wieder wenig biblisch fundiert und eher ein Zeugnis und wirft auch verschiedene neue Fragen auf:
Können wir unsere Errettung verlieren?(Nein!)
Oder freiwillig abwählen? (Nein!)
Oder vom Glauben abkommen? (Nein!)
Was ist Nachfolge?
Was ist Anbetung?
Was ist mit den 10 Geboten?
etc.
Das alles war heute jedoch nicht Thema, wird aber vielleicht noch Thema werden!
Gott segne Euch!

PSS: Ihr seid gern dazu angehalten dies zu kommentieren, falls ihr dem zustimmt, aber auch und vor allem, falls ihr etwas fragwürdig findet oder komplett anders seht!:)

Mittwoch, 9. Mai 2018

Richten und gerichtet werden

Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn mit demselben Gericht, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit demselben Maß, mit dem ihr [anderen] zumesst, wird auch euch zugemessen werden.
Matthäus 7:1‭-‬2

Ich hatte heute mal wieder eine interessante Diskussion und im Nachhinein ist mir dieser Bibelvers in den Sinn gekommen.
Ich will den jetzt gar nicht ausdeuten, mir ist nur aufgefallen, wieviel Wahrheit darin steckt.
Ich will grad nicht "nachdenken", was Jesus gemeint haben könnte, aber meine Erfahrung zeigt mir:
Hinter dem Maß, dass wir an andere anlegen, steckt meist das Maß, dass wir an uns selbst anlegen. Und wir verschärfen das Maß umso mehr für andere, je mehr wir selber daran scheitern.
Ein Beispiel:
Ich bin aus meiner Gemeinde vor allem aus einem Grund ausgetreten:
Weil sie sich vor allem um sich selber dreht und ich persönlich dort niemanden kannte, der wirklich ein Herz dafür hatte rauszugehen und das Evangelium unter die Leute zu bringen.
Ich war echt sauer, dass niemand den Jüngern gleich auf der Straße predigen oder für Menschen um Heilung beten wollte, sondern sich immer alle nur in ihrem eigenen Saft drehten.
Fakt ist aber: Mir selbst fehlt in 95% meines Alltags der Mut dafür. Aber es ist leichter anderen die Schuld zu geben und sie zurecht zuweisen, getreu dem Motto: Wenn ihr es anders machen würdet, würde mich das vielleicht auch motivieren.
Dabei sagt Jesus auch:

Was siehst du aber den Splitter im Auge deines Bruders, und den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Halt, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen! — und siehe, der Balken ist in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann wirst du klar sehen, um den Splitter aus dem Auge deines Bruders zu ziehen!
Matthäus 7:3‭-‬5

Und das ist etwas, wo ich gerade akut lerne: Bei mir selbst zu bleiben OHNE irgendjemand anderen zu verurteilen.
Und auch: Bei mir selber keinen Maßstab zu setzen. Es geht ja nicht darum irgendetwas für Jesus zu tun. Es geht darum, ihn in mir tun bzw wirken zu lassen.
Ich hab erst jetzt wirklich begriffen, dass die meisten Veränderungen erst innen geschehen.
Ich brauche Menschen nicht zurecht zu weisen, dass sie nicht von Jesus erzählen, denn es liegt nicht an ihrer mangelnden Bereitschaft, sondern an einem Mangel an Überfluss.

Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.
Lukas 6:45

Aber wenn das Herz eben nicht voll ist? Dann nützt alles pushen von außen überhaupt nichts. Wo keine Veränderung passiert, wo Christen auch nach Jahren noch die gleichen Probleme haben und sich im Kreis drehen, da mangelt es einfach an der Beziehung zu Jesus.
Mag sein, dass das irgendwie hart klingt, aber sagt Jesus nicht:

Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.
Johannes 7:37‭-‬38

Also entweder ist Jesus ein Lügner, oder jemand aus dessen Leib nicht Ströme lebendigen Wassers fließen, sollte ganz dringend mehr trinken;)
Und es ist nicht schlimm jemandem das IN LIEBE zu sagen oder vielmehr zu raten.
Denn das ist kein WERK. Es ist nichts, das Kraft kostet.
Selbst wir Christen sind so sehr infiziert mit dem weltlichen Leistungsdenken. Und dass obwohl wir all die Worte von Jesus kennen und auch ständig floskelhaft durch die Gegend werfen. Sätze wie:

Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken ! Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen! Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.
Matthäus 11:28‭-‬30

Und dann weist uns der Teufel auf eine unserer charakterlichen Schwächen hin und wir denken, wir müssen jetzt an uns arbeiten.
Ich bspw. nehme mir vor geduldiger mit meinen Kindern zu sein. Mehr auf sie zu achten, statt immer nur meine Bedürfnisse im Blick zu haben... Und rate was?
NATÜRLICH! Ich scheitere daran.
Warum? Weil ich denke: Ich bin jetzt Christ. Ich hab den heiligen Geist, ich muss jetzt sanftmütig sein.
Aber die Wahrheit ist:

Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue , Sanftmut, Selbstbeherr­schung.
Galater 5:22

Die Frucht des Geistes besteht nämlich in lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.
Epheser 5:9

WOW! Die Frage ist: Hab ich Gottes heiligen Geist? Definitiv ja. Das heißt: Ich BESITZE bereits alle seine Früchte. Manche sind vlt noch unreif, aber eines steht fest: Die Früchte wachsen nicht, indem ich sie von außen dazu zwinge. Sie wachsen von innen heraus, indem ich mich mit dieser Wahrheit fülle.
Ich bin sanftmütig - das ist mein Wesen als neue Kreation.
Spricht mein Verhalten manchmal dagegen? Ja! Aber es ist so gefährlich die Wahrheit an meinem Verhalten zu messen.
Joseph Prince, ein Prediger, den ich gerade echt gern höre, sagt sinngemäß:
Unser Verhalten darf nicht unsere Identität bestimmen, sondern unsere Identität sollte unser Verhalten bestimmen.
Das heißt: Jemand, der WEIẞ, dass er in Christus ein Königskind ist, der wird sich auch so verhalten. Im Gegenzug wird er, wenn er sich mal nicht so verhält aber nicht denken, dass er kein Königskind mehr ist.
Und andersherum: Jemand der glaubt, dass er ein Sünder ist, den wird es auch nicht groß "stören", dass er sündigt, weil er von sich selbst ja sowieso nichts Besseres erwartet.

Der Schlüssel zu einem heiligen Leben ist also, wie ich glaube, zu WISSEN, dass wir geheiligt sind. Dass wir HEILIGE sind und nicht mehr SÜNDER! Und das nicht nur dahin zu sagen, sondern diese Wahrheit wirklich für sich in Anspruch zu nehmen und sich damit zu füllen.
Zu glauben, dass allein Jesus Veränderung schenken kann und jedes äußere Verbiegen zu einer Veränderung hin eher Schaden
 anrichtet, als tatsächlich Frucht bringt.
Den die Frucht kommt vom Geist Gottes,NICHT VON UNS!

Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist ausgeschlossen!
Römer 3:27 SCH2000

Ich schreibe es gern nochmal, vor allem um es mir selber immer wieder ins Gedächtnis zu rufen:
Wenn mich selbst rühmen ausgeschlossen ist, DANN und NUR DANN ist es Jesus! (Und dann ist es nachhaltig da von innen heraus!)
Ihm sei alle Ehre für ABSOLUT ALLES!

Er tut alles und wir dürfen in  ihm ruhen. Sein Joch ist sanft.
Was für ein wunderbarer Gott. Was für eine wunderbare Nachricht! Welch ein ECHTES EVANGELIUM!
AMEN!

Mittwoch, 18. April 2018

Du sollst nicht ehebrechen! Gnade vs. Gesetz


Ich bin ja grad dabei, Gottes Gnade nochmal neu und auch tiefer zu begreifen. Auch, was die Vermischung der Gnade mit Gesetz anrichten kann. Daher heute das Thema: Ehebruch.

Jesus aber ging an den Ölberg. Und frühmorgens kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm; und er setzte sich und lehrte sie. Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten ein Weib zu ihm, im Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte dar und sprachen zu ihm: Meister, dies Weib ist ergriffen auf frischer Tat im Ehebruch. Mose aber hat uns im Gesetz geboten, solche zu steinigen; was sagst du? Das sprachen sie aber, ihn zu versuchen, auf daß sie eine Sache wider ihn hätten. Aber Jesus bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie nun anhielten, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. Und bückte sich wieder nieder und schrieb auf die Erde. Da sie aber das hörten, gingen sie hinaus (von ihrem Gewissen überführt), einer nach dem andern, von den Ältesten bis zu den Geringsten; und Jesus ward gelassen allein und das Weib in der Mitte stehend. Jesus aber richtete sich auf; und da er niemand sah denn das Weib, sprach er zu ihr: Weib, wo sind sie, deine Verkläger? Hat dich niemand verdammt? Sie aber sprach: HERR, niemand. Jesus aber sprach: So verdamme ich dich auch nicht; gehe hin und sündige hinfort nicht mehr!
Johannes 8:1‭-‬11 DELUT

Jesus kam zu Sündern NIE um sie zu verurteilen, sondern immer um sie frei zu machen.
Auch ich habe das so erlebt und finde es daher um so erstaunlicher, dass ich Gottes Gnade nicht schon eher wirklich konsequent ernst genommen habe.
Ich erzählte bereits mal kurz, dass Kind Nr.4 eine echte Ehekrise bei uns ausgelöst hat.
Heute möchte ich das mal etwas detaillierter erzählen.
Vorab: Wer das liest und denkt: "Was für ein blöder Typ ihr Mann doch ist...", der hat definitiv die Botschaft dieses Posts nicht verstanden! Es geht mir nicht darum meinen Mann schlecht zu machen! Ich liebe meinen Mann sehr! Er ist wirklich großartig, dennoch stößt er, wie jeder, auch an die Grenzen dessen, was für ihn noch zu tragen ist. Er macht sich Sorgen oder ist wütend, wie jeder andere Mensch auch. Und noch dazu hat er leider Jesus noch nicht als denjenigen erkannt, der all die Last, die er im Leben so zu tragen hat, gern von seinen Schultern nehmen möchte!

Es war also so, dass ich ungeplant mit Kind Nr.4 schwanger war und der Tag, an dem mein Mann das erfuhr, änderte unsere Beziehung für die nächsten Monate grundlegend. Es war sowieso so, dass wir gerade ein bisschen nebeinander her lebten und eigentlich dringend mal etwas Zeit für uns gebraucht hätten. In den zwei Wochen, wo ich vermutete schwanger zu sein, es aber noch nicht wusste, war der Gedanke, dass Gott ja auch klar war, dass wir das jetzt eigentlich nicht gebrauchen können, auch der, der mich zuversichtlich ausschließen ließ, dass ich schwanger war.
Nunja: offensichtlich hatte ich mich geirrt, Gott wusste von unseren "Problemen" und mutete uns trotzdem ein weiteres "Geschenk" (wie er es selber bezeichnet;)) zu.
In den zwei Stunden, wo Ich wusste, dass ich schwanger bin und mein Mann nicht, da freute ich mich sogar ein bisschen.
Doch dann sagte ich es ihm und sein Geischtsausdruck zerschmetterte jegliche Freude in mir.
Die nächsten Tage redete er so gut wie kein Wort mit mir und würdigte mich auch keines Blickes.
Ich konnte das zu diesem Zeitpunkt noch relativ gut aushalten, weil ich dachte, es legt sich nach ein paar Tagen wieder.
Tatsächlich kamen wir ein paar Tage später Mal kurz ins Gespräch, die Quintessenz war aber nur, dass mein Mann die Vermutung hatte, ich hätte ihm Kind Nr. 4 mit Absicht unter geschoben - er hatte sich in Bezug auf die "Sicherheit" auf mich verlassen und ich hatte mich dummerweise einfach vertan! Das Ignorieren ging also weiter.
Auch nach ein paar Wochen hatte es sich noch immer nicht gelegt. Hinzu kam, dass es mir schwangerschaftsbedingt wirklich schlecht ging. Ich war müde und kraftlos und mir war von morgens bis abends und sogar in der Nacht kotzübel.
Ich war also emotional und physisch gerade echt am Ende. Zu der Traurigkeit darüber, das mein Mann so enttäuscht von mir war, kam allerdings langsam auch eine Wut darüber, dass er diese Lüge solange glauben wollte. Ich war echt frustriert, dass er mir einfach nicht glauben wollte, dass auch ich Kind Nr.4 nicht im Sinn gehabt hatte (Wenngleich es mir wesentlich leichter fiel, diesen Umstand anzunehmen, da ich Gott da einfach vertraute;)) und dass er mir, obwohl ich doch angeblich seine "Vertraute" bin, an dieser Stelle kein bisschen Vertrauen entgegen bringen wollte.
Soviel zur Vorgeschichte. Nun zum eigentlichen Thema:
Ich hatte zu dem Zeitpunkt echt die Nase voll! Ich dachte, wenn er gehen will, dann soll er es tun. Besser, als das auszuhalten. Mehr als einmal war ich kurz davor ihm diesen Vorschlag auch verbal zu machen.
Hätte in dieser Situation noch jemand zu mir gesagt "Du musst aber an eurer Ehe festhalten. Gott will das. Du darfst ihn nicht rausschmeißen. Du musst das aushalten. Du kennst doch die Zehn Gebote. Ehebruch ist Sünde." oder ähnliches, der Druck, der auf mir gelastet hätte, hätte mich einfach zerbrochen und genau das Gegenteil bewirkt! Denn das tut das Gesetz: Es reizt das Fleisch zur Begierde. Es bringt nicht Leben hervor, sondern Tod.
Was aber tat Jesus in dieser Situation?
Er zog mich ins Gebet. Täglich! Und ich klagte ihm jede Gemeinheit, jedes körperliche Unwohlsein, jede Wut, jeden Gedanken daran, meinen Mann rauszuschmeißen, weil ich neben der Schwangerschaft und den 4 Kindern nicht noch seine Befindlichkeiten auffangen konnte... Und nachdem ich also alles losgeworden war bei Jesus, richtete er mich täglich wieder auf, indem er mir sagte:
"Du bist nicht wertlos, nur weil dein Mann deinen Wert gerade nicht erkennt. Ich bin für dich am Kreuz gestorben - Für DICH! Weil Du es mir wert warst! Du bist wertvoll für mich, egal was dein Mann oder die Welt über deinen Wert sagt. Niemand kann wegnehmen, was ich getan habe, weil ich DICH zu mir zurückziehen wollte. Weil Du mir einfach ALLES wert bist."
Ich "kroch" tagtäglich in meine kleine Gebetskammer  und kam aufrecht und strahlend wieder aus ihr heraus. Ich brauchte diese Zusage von Jesus jeden Tag und jeden Tag baute sie ein Stück mehr in mir auf - ETWAS, dass das Gesetz nie gekonnt hätte.
Nach einigen Tagen fing ich an, meine Ehe komplett in Jesu Hände zu legen. Ich sagte ihm, ich könne hier nichts retten, aber ich vertraue darauf, dass er es tut.
Irgendwann war ich so erbaut, dass ich sogar anfing meinen Mann zu segnen. Dass ich ihn nicht mehr mit wütenden Blicken anschaute, sondern mit liebenden, weil ich einfach seinen Mangel erkannte: Sein Mangel an Vertrauen. Aber wem sollte er auch vertrauen, wenn er Jesus nicht hatte?
Wer sollte ihm zusichern, dass er auch als Vater von 4 Kindern nicht überfordert sein würde? Dass es uns auch mit 4 Kindern nicht in den finanziellen Ruin stürzen würde? Dass wir auch mit 4 Kindern es noch schaffen würden, eine Partnerschaft zu führen und nicht nur Eltern zu sein?
All diese Sorgen erdrückten ihn und mich nicht. Klar, dass das seinen Verdacht, ich hätte ihn mit Absicht getäuscht nur verstärkte.
Aber Gott ist gut. Er ist so gut. Sein Sohn ist nicht nur für meine Sünden gestorben. Sondern auch für die meines Mannes, obgleich er dies noch nicht erkannt hat.
Gott ist gnädig. JEDEM gegenüber! Nicht nur Christen!
Also baute er auch meinen Mann auf. Beruhigte ihn. Schenkte ihm wieder Zuversicht. Und Vertrauen. 
Und nach etwa 3 Monaten war er in der Lage darüber zu sprechen, was der Hintergrund seiner Wut war. Und dass er dort nicht rauskam. Dass es Zeit brauchte. Und dass er mir ja glauben wollte, aber nicht konnte, weil sein Vertrauen erschüttert war.
Und nach weiteren 3 Monaten, die ich trotzdem auch brauchte, um mein Herz wieder für Verletzungen zu öffnen (anders kann man das wirklich nicht ausdrücken...), waren wir tiefer miteinander verbunden als zuvor. Und als Kind Nr.4 dann da war und mein Mann 7 (!) Monate Elternzeit machte, da flossen Ströme lebendigen Wassers in unserer Familie. Diese 7 Monate sind eine Zeit, die ich nicht vergessen werde. Sie haben soviel in unserer Familie verändert. Sie hat uns so sehr zueinander gebracht, alle miteinander und wir konnten noch sehr lange von dieser entspannten Zeit zehren.
Jedoch hat all diesen Segen Gottes Gnade und nicht das Gesetz vollbracht.

Ich hab mir nicht vorgenommen "Ich bin Christ. Ich darf nicht die Ehe brechen." und hab dann jeden Tag versucht, "mein Kreuz auf mich  zu nehmen" mein Gefühle zu unterdrücken und mich selbst nicht so wichtig zu nehmen. Im Gegenteil! Ich habe mein Gefühle sehr ernst genommen und sie Jesus jeden Tag hingelegt.
Jesus hat mich einfach täglich dazu angehalten auf ihn zu schauen und nicht auf all die erdrückenden Umstände und Gefühle.
Es ging nicht um Selbstverleugnung im Sinne von Verleugnung meiner eigenen Bedürfnisse, denn die habe ich ja nunmal. Es ging darum, wem ich aufbürdete sie zu stillen. Erwartete ich von meinem Mann, dass er mich wertschätzend behandelt, damit ich weiß, was ich wert bin? Oder ließ ich mir meinen Wert zusprechen von dem, der für mich gestorben ist?

Christstein heißt nicht sich an Regeln halten! Auch nicht mit Hilfe des heiligen Geistes.
Gott hat uns nicht seinen Geist gegeben, damit wir uns jetzt besser an sein Gesetz halten können. Er hat nicht den Weg zwischen sich und uns durch Jesus frei gemacht, damit wir jetzt zu ihm herüber balancieren können - immer in der Gefahr einen Schritt daneben zu setzen.
Gott hat den Vorhang zum Allerheiligsten niedergerissen, damit wir einfach so vor seinen Thron kommen können. So wie wir sind. Mit allen schlechten Gedanken, aller Wut, aller Trauer, natürlich auch aller Freude und von seinem Thron fließen Ströme lebendigen Wassers: Da fließt Vergebung - permanent!, da fließt Tröstung, da fließt bedingungslose Annahme, da fließt Liebe. Im Überfluss. Da fließt Kraft!
Nachdem Jesus, das Lamm Gottes, die Sünde der Welt WEGGENOMMEN HAT -das heißt, sie ist nicht mehr da!!!- gibt es keine Regeln mehr, deren Einhaltung es uns ermöglicht, in Ehrfurcht vor diesen heiligen Gott zu treten, wir dürfen direkt mit all unserem Dreck passieren und uns auf seinen Schoss setzen - und feststellen,dass wir gar nicht dreckig sind, weil Jesus uns auf dem Weg seine Klamotten angezogen hat und wir habens vielleicht gar nicht gemerkt;).
Das ist mein Gott. Das ist mein Jesus.
Unglaublich, dass ich das auch nur für eine Sekunde vergessen konnte. Aber ich danke Gott über alle Maßen, dass er mich daran erinnert hat. Dass NICHT ICH mir meine dreckigen Sachen ausziehe, sondern Jesus das getan hat. Und dass ich nackt vor ihm stehen kann ohne mich nackt zu fühlen! Gottes Liebe ist so überwältigend, sie ist nicht in Worte zu fassen.

Und wenn Du ihn nicht kennst, dann bete ich in Jesu Namen, dass Du ihn kennenlernst. Dass er sich Dir offenbart, wie er sich mir offenbart hat, weil er einfach so wunderbar ist! Ich bete, dass jedes falsche Bild, das Du von ihm in deinem Kopf hast, verschwindet und er es durch die Wahrheit ersetzt!
Die Wahrheit ist: Er liebt Dich! Er will sooooooo sehr mit dir in Beziehung sein! Er hat seinen Sohn gegeben um Dich zu haben! Damit Du ihm nicht verloren gehst! Denn er hat dich geschaffen, aber Du wurdest ihm geraubt. Doch er gibt nicht kampflos auf, er kämpft um Dein Herz! Und ich selbst kann sagen: Gib es ihm. Es ist bei ihm sicher!
Danke, geliebter Vater!
Amen

PS: Denn dieser Post ist ja noch nicht lang genug;) Hätte ich aufgegeben, hätte ich es nicht ausgehalten und meinen Mann doch rausgeschmissen, wäre Gottes Gnade für mich umso größer! Ich hätte mich nicht vor ihm als Versager fühlen müssen. Er hätte das über mich auch nie gedacht. Er hätte mich genauso getröstet und mir genauso Freude über meine Familie geschenkt, als das Baby da war. Es geht Gott um mich, nicht um seine Gebote. Er rettete meine Ehe für mich, nicht weil Christen nicht die Ehe brechen. Nicht, weil er mich als Ehebrecherin nicht segnen könnte. Sondern weil die Ehe an sich schon ein großer Segen ist, den er mir offenbaren wollte:)

Dienstag, 10. April 2018

Heimgeholt.

Kennst Du die Geschichte vom reichen Jüngling? DAS ist meine Geschichte!

Und da er hinausgegangen war auf den Weg, lief einer herzu, kniete, vor ihn und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, daß ich das ewige Leben ererbe?  Aber Jesus sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige Gott. Du weißt ja die Gebote wohl: "Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis reden; du sollst niemand täuschen; ehre Vater und Mutter." Er aber antwortete und sprach zu ihm: Meister, das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf. Und Jesus sah ihn an und liebte ihn und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Gehe hin, verkaufe alles, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach und nimm das Kreuz auf dich. Er aber ward unmutig über die Rede und ging traurig davon; denn er hatte viele Güter.
Markus 10:17‭-‬22

Wie letztens schon geschrieben, war ich ja kurzzeitig verunsichert, was meine Erlösung durch Christus anging. Ich war mir plötzlich nicht mehr sicher, ob es reicht, dieses Geschenk anzunehmen oder ob ich Jesus tatsächlich gehorsam sein MUSS, um das Geschenk zu behalten.
Mit einem menschlichen Kinderreim zusammengefasst war das Ergebnis:
Geschenkt ist geschenkt. Wiederholen ist gestohlen! (Und wer der Dieb ist, wissen wir ja - Gott ist es NICHT!!)
Nachdem nun also geklärt war, dass meine Erlösung von vorn bis hinten ein Geschenk Gottes ist, ohne Kleingedrucktes, war meine Lektion jedoch noch nicht beendet.
Schon immer habe ich ja wirklich eine riesengroße Sehnsucht Gott nahe zu sein, vor allem in dem Sinne, dass ich alle meine Zeit nur ihm opfern möchte.
Um dies zu tun, frage ich Gott ständig, was für mich dran ist, was ich opfern kann, um ihm noch näher zu sein.
Nun, das erste, was dran war, war dass ich aus meiner Gemeinde ausgetreten bin - Jesus hat es "befohlen", also hab ich es getan. Denn ich vertraue ihm und ich weiß, wenn ich etwas für ihn opfere, hat er BESSERES für mich parat. Dieser Austritt verschaffte mir ungemein mehr Freizeit, um zum Beispiel Zeit mit nicht-christlichen Bekannten zu verbringen oder auch um einfach draußen zu sein und Nichtchristen kennenzulernen und ihnen von Jesus zu erzählen.
Als nächstes entsagte ich dem Fernsehen, auch das verschaffte mir viel mehr Zeit um Bibel zu lesen, um zu beten etc.
Zuletzt fragte ich nach all dem, weil ich irgendwie immer noch unzufrieden war:
Jesus, was MUSS ich tun um dir nachzufolgen (hin an das Herz des Vaters)?
Seine Antwort: Gib etwas für mich auf, dass Du liebst.
Meine Überlegung: Das Nähen!
Außer dem Nähen war eigentlich nichts übrig geblieben bzw gibt es eigentlich nichts anderes, abgesehen von meiner Familie, dass ich tatsächlich sehr liebe.
Ich musste also echt schlucken. Doch sofort fiel mir sie Geschichte von dem reichen Jüngling ein und ich dachte:
Jesus hat mir seine Bedingung genannt - wohlgemerkt, es ging mir nicht um ewiges Leben, sondern um die Nähe zum Vater - und ich konnte jetzt entweder abziehen oder ihm vertrauen.
Nach nur kurzer Überlegung war mir völlig klar, was zu tun ist. Natürlich liebe ich Jesus tausend mal mehr als das Nähen und wenn es mich ihm näher brächte, würde ich so ziemlich alles opfern...
Also stellte ich meine Nähmaschine zum Verkauf, ich überlegte mir, wie ich mein Stofflager auflösen könnte und freute mich. Ich freute mich darauf meine Nähkammer komplett zu einem Gebetsraum um zu gestalten und so Jesus noch näher zu kommen.
Doch dann las ich etwas Interessantes auf einen christlichen Blog (https://konsequentegnade.wordpress.com):
Immer dort, wo Jesus mit Pharisäern sprach, verschärfte er die Gesetze, während wenn er mit Menschen sprach, die Reue zeigten, die Gebote eher entkräftete.
Er tat das um den Pharisäern klar zu machen, dass es keinen gab, der das Gesetz je halten könnte, doch leider verstanden sie das nicht.
Und plötzlich sah ich die Geschichte des reichen Jünglings in einem anderen Licht:
Das Problem war nicht, dass er Jesus nicht genug vertraute um seinen Reichtum aufzugeben, sondern dass er behauptete, er hätte alle Gebote gehalten und er dachte, er könne sich den Weg ins Himmelreich verdienen.
Und ganz genau so dachte ich, wenn ich nur mehr für Jesus opfere, dann komme ich näher zu Gott.
Gott hat mich absolut überführt: Ich habe mich aufgrund meiner eigenen Werke - Bibellesen, Gebetszeit, was auch immer - für besser gehalten, als andere Christen und gedacht es läge an einem selbst,  wie nah man Gott ist.
Also hat Gott seine Gebote für mich verschärft: Gemeindeaustritt, Fernsehen streichen, Nähen aufgeben. So sehr verschärft, dass ich endlich gemerkt habe, dass es nicht darum geht mich anzustrengen und mir irgend etwas zu verdienen.
Und was ist passiert?
Seine Gnade hat mich absolut eingeholt. Heimgeholt.
GOTT hat mir das größte Geschenk - mein ewiges Leben - völlig unverdient und sogar ungefragt ohne ein Opfer meinerseits gegeben, wieviel mehr wird er mich wohl seine Nähe spüren lassen und mich segnen, wenn ich einfach nur darum bitte?
Wobei das ja genau genommen überhaupt nicht notwendig ist, denn er wohnt ja in mir. Näher geht es quasi nicht!
Menschen durften im alten Bund nicht ins Allerheiligste und selbst der Priester durfte es nur nach unzähligen Reinigungsritualen und nur einmal im Jahr. Aber ich bin der Tempel des Heiligen Geistes! WOW!
Ich muss nichts opfern um mich Gott zu nahen - er ist da. Er hat das perfekte Opfer dafür bereits gebracht. Was ich tun muss, ist: ES ERKENNEN!
Tatsächlich bleibt mir gerade GAR NICHTS zu tun...

Saved by your mercy, found  in your grace. Totally surrendered to your embrace!
(Hallelujah - Hillsong)

Vater, ich danke Dir! Ich danke dir, dass ich mich auf einzigartige Weise in deinem Buch wiederfinde. Dass das echt meine Geschichte ist. Erst verloren wie das Volk Israel. Dann gabst du mir ewiges Leben und deinen heiligen Geist und er offenbarte mir die Sünde... Und dann machte ich mich daran, das Gesetz zu halten bzw Dir Gehorsam zu leisten um Dir nahe zu sein und scheiterte an meiner eigenen Gesetzlichkeit um zu sehen mit Augen, die sehen, dass DU ALEIN RETTEST. DU ALLEIN HAST ALLES GETAN UND TUST ES NOCH. Und für mich bleibt NICHTS mehr, dessen ich mich rühmen könnte. Ja nicht einmal die Entscheidung für dich habe ich selber getroffen. Du hast Dich offenbart und ich konnte nicht anders, als den rettenden Strohhalm zu ergreifen!
Halleluja und Amen!

PS: Meine Nähmaschine war noch nicht verkauft und ich habe sie jetzt guten Gewissens behalten und werde weiter Freude daran haben zu nähen, weil ich jetzt weiß, dass Gott Freude daran hat, wenn ich Freude habe. Und dass es nicht entweder oder ist, sondern UND:)
Ich muss Gott nicht beweisen, wie sehr ich ihn liebe, denn ich liebe ihn ohnehin NUR weil er mich ZUERST LIEBT!


Freitag, 6. April 2018

Bibel lesen durch die Brille des Gesetzes oder mit den Augen der Gnade

Manchmal frag ich mich, wie soviel Schundluder mit der Bibel getrieben werden konnte und wahrscheinlich auch immer noch getrieben wird.
Jedoch haben die Ereignisse der jüngsten Zeit mir gezeigt, wie leicht man sich bei der Interpretation von Bibelversen verzetteln kann.
Heute morgen hat mir Gott diesbezüglich etwas sehr Interessantes gezeigt.
Es ging dabei um folgenden Bibelvers:
(Die Rede ist von Jesus)
'Er wird nicht streiten noch schreien, noch wird jemand seine Stimme auf den Straßen hören;"
Jesaja 42 zitiert in Matthäus 12,19

An diesem Vers hat mir Gott eindrucksvoll gezeigt, was es heißt im Geist zu lesen oder durch mich selbst.
Erst interpretierte ich diesen Satz so:
Ich SOLL, weil ich Jesus ja nachfolge, nicht streiten und auch nicht schreien.
Das ist prinzipiell natürlich richtig.
Aber dann fiel mir auf,dass ich noch nicht dafür gebetet hatte, dass der heilige Geist mir die Schrift auslegt, also holte ich das schnell noch nach und plötzlich las ich den Vers ganz anders:
Jesus streitet nicht mit mir und er schreit mich auch nicht an. Er ist sanftmütig zu mir - und deshalb kann ich es dann auch sein.
Der Unterschied ist gravierend. Es ist quasi der Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Bund. Im alten Bund musste ich etwas tun und mir Gottes Gnade erarbeiten. Im neuen Bund befähigt mich Gottes mir bereits gewährte und geschenkte Gnade die Dinge zu tun. Die Grundlage ist also nicht Angst, wie im alten Bund, sondern Gnade.
Mir war das beim lesen gar nicht so aufgefallen. Für mich war es okay, dass Gott mich während des Bibellesens "korrigierte".
Aber so, wie ich es las, war es kein korrigieren. Ich SOLL... Das hat natürlich auch immer etwas von MÜSSEN. Aber Tatsache ist doch: MÜSSEN funktioniert nicht. Sobald wir etwas müssen oder etwas nicht dürfen, strebt unsere Natur dagegen - das ist die Sklaverei des Gesetzes. Daraus hat Jesus uns befreit. Im neuen Bund gibt es kein MÜSSEN, kein NICHT DÜRFEN:

Alles ist erlaubt, aber nicht alles ist nützlich; alles ist erlaubt, aber nicht alles erbaut.
1. Korinther 10:23 ELB

Im neuen Bund sind wir frei. Zur Freiheit waren wir von Anfang an berufen.
Das bringt mich zu einem weiteren Punkt:
Ich persönlich tappe immer wieder in die Falle, dass ich glaube für Gott Dinge tun zu müssen. Dass ich ihm in irgendeiner Weise dienen müsste.
Was ich dabei absolut vergesse:
Ich kann nicht Gottes Dienerin sein. In was sollte ich Gott dienen?! Nein, Gott dient mir, aber nicht als eine Art Sklave, sondern eben wie Jesus es getan hat: aus freien Stücken, in Liebe. Ich bin nur Empfängerin.
ABER wenn ich empfangen habe, befähigt mich das den Menschen zu dienen - das ist der "Dienst", den ich für Gott tue. Aber eigentlich ist das kein Dienst, es ist ein überfließen von Gnade.
Ich MUSS nicht nur nichts für Gott tun, ich KANN es auch gar nicht. Christus selbst ist Anfänger und Vollender des Glaubens. (Hebräer 12,2) Der Vater selbst hat mich gezogen (Johannes 6,44) und nun kann ich in guten Werken wandeln, weil Gott alles vorbereitet hat (Epheser 2,10), aber aus mir selbst heraus könnte ich nichts.
Paulus sagt im Römerbrief Kapitel 3, Vers 27 - einer meiner Lieblingsverse:
Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist AUSGESCHLOSSEN!

Es ist ausgeschlossen. Es gibt nichts, dessen ich mich rühmen könnte. Alles wirkt Christus in mir und durch mich, ich tue nichts aus meiner eigenen Kraft. Immer, wenn ich das versuche, richte ich tatsächlich mehr Schaden an, als dass es irgendwem etwas nützt.
Diese "Erkenntnis" ist für mich echt phänomenal: Ich MUSS nicht an mir arbeiten. Gott tut es. Das Wort Gottes verdammt mich nicht, es verurteilt mich nicht. Das ist nicht Gott. Es gibt KEINE Verdammnis für die, die in Christus sind.
Wie lange ich mich schon frage, warum ich bspw. mit meinen Kindern, obwohl ich doch schon seit 5 Jahren Christ bin, so ungeduldig bin und sie anschreie und teilweise echt unfair bin. Wie lange ich schon versuche mich dort zu bessern, weil ich doch jetzt den heiligen Geist habe ...und jetzt denke ich mir:
Ist doch klar. Ich dachte, ich hab den heiligen Geist, jetzt kann ich die Sünde erkennen und sie MIT SEINER HILFE besiegen, ABER so ist es nicht. Solange ich es selber versuche, wenn auch mit seiner Hilfe (was immer das bedeuten mag?!), wird es mir nicht gelingen, denn solange ich soviel Anteil daran habe, dass ich mich selber rühmen kann, ist es nicht Gottes Kraft durch die ich agiere.
Was ich tun muss, ist: Aufgeben. Oder um Jesu' Worte zu benutzen: Mich selbst verleugnen. Wenn ich endlich anerkenne, dass ich absolut unfähig bin meine Ungeduld in den Griff zu bekommen und dass nur Gott allein es kann, dann wird es sich verändern. Wenn nicht mehr ich lebe, sondern Christus in mir!;) (Galater 2,20).
Wenn ich also, um Mal zum Ausgangspunkt zurückzukehren, nicht Anweisungen im Wort Gottes lese, sondern Zusagen und Ermutigungen und diese für mich annehme, dann lese ich nicht mehr durch die Brille des Gesetzes, sondern mit den Augen der Gnade. Und Gnade allein vermag Herzen zu verändern, Gesetze und Verbote können das nicht!
Ich will nicht sagen, dass ich bisher immer falsch Bibel gelesen habe, aber dennoch war das eine wichtige Erkenntnis für mich, die ich sehr gerne teile. Getreu dem "Motto":
Was ich euch im Finstern sage, das redet im Licht, und was ihr ins Ohr hört, das verkündigt auf den Dächern!
Matthäus 10:27

Vater, ich danke Dir für deine überfließende Gnade und ich danke dir, dass du mir aufgeschlossen hast, dass ich bisher oft falsch gelesen habe. Dass ich mich auf meinen Verstand verlassen habe, statt auf dich zu schauen und zu vertrauen auf deine Gnade, die immer ZUERST GIBT!
Amen

Donnerstag, 22. März 2018

Taufe

In letzter Zeit hab ich echt viel gelesen. Viele Videos gesehen... Viele Auslegungen der Bibel gesehen und gehört und deswegen möchte ich meinen Blog verändern:
Bisher habe ich oft interpretiert und einfach aufgeschrieben, was mir zu Bibelpassagen so in den Sinn gekommen ist. Aber ich glaube, die Gefahr, hier falsch zu liegen ist sehr groß. Ich möchte nicht mehr vorrangig meine Gedanken äußern und teilen, sondern das Wort Gottes und meine Gedanken daran ausrichten.
Es wird einfach zuviel Schundluder getrieben mit Bibelversen und ich möchte mich da nicht einreihen...

Heute also geht es um die (Wasser)Taufe. Es gibt sooooooo viele Meinungen und "Praktiken" dazu:
Babytaufe, Erwachsenentaufe, "Besprenkelungstaufe", Untertauchtaufe... Was ist richtig, was ist falsch? Ist Taufe (heils)notwendig?
Ich möchte nicht behaupten,ich kenne die Wahrheit,aber ich hab mir so ziemlich alle Bibelstellen zu diesem Thema angeschaut und teile gern das Ergebnis!
Zunächst einmal:

"Einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus."
1. Korinther 3:11 ELB

Es gibt NICHTS außer Jesus selbst, das rettet. Weder besitzt die Taufe selbst rettende Kraft, noch kann sie dem Werk von Jesus irgendetwas Essentielles hinzufügen!
Das lese ich in der Schrift einfach nicht.

Aber was ist mit:
"Wer da glaubt und getauft wird, wird errettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden."
Markus 16:16 ELB
?

Ich gehe nicht auf die Standardargumentation, dass da ja nicht steht "Wer nicht glaubt und getauft ist, wird verdammt werden." ein. Das ist nur Wortspielerei und tut überhaupt nichts zur Sache. Viel wichtiger finde ich:
Wer sagt das? Jesus sagt das. Nun sehen wir kurz, was Johannes der TÄUFER zum Thema Taufe zu sagen hat:

"Ich zwar taufe euch mit Wasser zur Buße; der nach mir Kommende aber ist stärker als ich, dessen Sandalen zu tragen ich nicht würdig bin; er wird euch mit Heiligem Geiste und Feuer taufen;"
Matthäus 3:11 ELB

Jesus also tauft mit Heiligen Geist (und Feuer). Wenn er spricht "wer glaubt und getauft ist", meint er sicher nicht "wer glaubt und mit Wasser getauft ist", sondern "wer glaubt und mit Heiligem Geist getauft ist". Hier besteht ja tatsächlich auch eine Notwendigkeit: Gläubige sind getauft mit Heiligem Geist. Wenn nicht, sind es keine Gläubigen! Denn Jesus hat den Gläubigen ja seinen Heiligen Geist versprochen, da er selbst nicht mehr da ist.

"Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden.

Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen."
Johannes 16:7‭, ‬13‭-‬14 SCH2000

Da die Taufe nun nicht heilsnotwendig ist, was macht sie?! Offensichtlich wurde sie ja doch praktiziert bzw. überhaupt im neuen Testament erst eingeführt.
Irgendein schlauer Prediger sagte mal:
"Wenn man der Bedeutung von etwas in der Bibel auf den Grund gehen will, ist es gut zu schauen, wann es zum ersten Mal erwähnt wird."

"In jenen Tagen aber kommt Johannes der Täufer und predigt in der Wüste von Judäa und spricht: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen.

Da ging zu ihm hinaus Jerusalem und ganz Judäa und die ganze Umgegend des Jordan; und sie wurden von ihm im Jordan getauft, indem sie ihre Sünden bekannten.

Ich zwar taufe euch mit Wasser zur Buße; der nach mir Kommende aber ist stärker als ich, dessen Sandalen zu tragen ich nicht würdig bin; er wird euch mit Heiligem Geiste und Feuer taufen;"
Matthäus 3:1‭-‬2‭, ‬5‭-‬6‭, ‬11 ELB

"Johannes kam und taufte in der Wüste und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden."
Markus 1:4 ELB

"Und er kam in die ganze Umgegend des Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden;"
Lukas 3:3 ELB

Johannes taufte die Menschen zur Vergebung ihrer Sünden. Menschen bekannten ihre Sünden und wurden im Wasser symbolisch davon rein gewaschen. "Symbolisch", da wir ja alle wissen, dass die Vergebung der Sünden nicht durch Johannes kam, sondern allein durch Jesus Christus. Was also hat Johannes da abgewaschen?
Dazu habe ich noch eine für mich sehr aufschlussreiche Bibelstelle gefunden:

"Denn es hat ja Christus einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, auf daß er uns zu Gott führe, getötet nach dem Fleische, aber lebendig gemacht nach dem Geiste, in welchem er auch hinging und predigte den Geistern, die im Gefängnis sind, welche einst ungehorsam waren, als die Langmut Gottes harrte in den Tagen Noahs, während die Arche zugerichtet wurde, in welche wenige, daß ist acht Seelen, durch Wasser gerettet wurden, welches Gegenbild auch euch jetzt errettet, das ist die Taufe (nicht ein Ablegen der Unreinigkeit des Fleisches, sondern das Begehren eines guten Gewissens vor Gott), durch die Auferstehung Jesu Christi, welcher, in den Himmel gegangen, zur Rechten Gottes ist, indem Engel und Gewalten und Mächte ihm unterworfen sind."
1. Petrus 3:18‭-‬22 ELB

"Die Taufe - nicht ein Ablegen der Unreinigkeit des Fleisches, sondern das Begehren eines guten Gewissens vor Gott" oder auch anders übersetzt:
Bitte um ein reines Gewissen vor Gott (HFA);
Zeugnis (Antwort/verpflichtende Erklärung)  eines guten Gewissens vor Gott DURCH DIE AUFERSTEHUNG JESU CHRISTI (Schlachter2000)

Wozu ist nun also die Taufe da? Mein Fazit:
Für das Gewissen!
Wir Menschen brauchen doch irgendwie
 immer was in der Hand. Die Taufe ist nicht notwendig, aber wenn und wahrscheinlich auch DA wir uns dadurch besser fühlen, ist sie durchaus sinnvoll. Es ist ein Zeugnis für die Welt und für uns selber: Unsere Sünden sind abgewaschen!

Doch dann gibt es auch noch folgende Stellen in den Briefen:

"Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln."
Römer 6:4 SCH2000

"da ihr mit ihm begraben seid in der Taufe. In ihm seid ihr auch mitauferweckt worden durch den Glauben an die Kraftwirkung Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat."
Kolosser 2:12 SCH2000

Ich denke, die Taufe hat einfach eine unheimlich starke Symbolik. Dennoch dürfen wir dem Werk Jesu nicht einfach etwas hinzufügen und behaupten, ohne dies gäbe es keine Rettung, oder besser Sündenvergebung/Rechtfertigung vor Gott. Wir können uns selbst noch soviel selber sterben - es bleibt ein unvollendetes menschliches Werk, welches keinen Bestand hat vor Gott.
Geben wir Jesus die Ehre, die ihm gebührt! Gestehen wir ihm zu, dass wir absolut nichts zu unserer Rettung beigetragen haben, aktiv beitragen oder jemals beitragen werden.
Die Frage stellt sich letztlich, wem geben wir mit unserer Taufe die Ehre?
Gott, der uns frei macht von allen Sünden und damit auch von unserem schlechten Gewissen?
Oder uns selbst, weil wir uns aus freien Stücken haben taufen lassen und damit einen wichtigen Schritt zu unserer Errettung selbst beigetragen haben?
Füllen wir alten (gesetzlichen/menschlichen/selbstgerechten) Wein in neue Schläuche oder ergeben wir uns in die unverdiente Gnade Gottes und lassen den neuen Wein in neuen Schläuchen zur Vollkommenheit reifen?

Paulus sagt:

"Ich danke Gott, dass ich niemand von euch getauft habe, außer Krispus und Gajus; so kann doch niemand sagen, ich hätte auf meinen Namen getauft! Ich habe aber auch das Haus des Stephanas getauft. Sonst weiß ich nicht, ob ich noch jemand getauft habe; denn Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkündigen, [und zwar] nicht in Redeweisheit , damit nicht das Kreuz des Christus entkräftet wird.
1. Korinther 1:14‭-‬17 SCH2000


Was sagt das nun über die Praxis der Taufe aus?
Babytaufe ist, wie die meisten von uns ohnehin schon wissen, absolut sinnverfehlt, denn ein Baby hat noch kein schlechtes Gewissen und ein Erwachsener lässt sein Gewissen wahrscheinlich nicht von der  Urkunde der Babytaufe beruhigen.
Und als Erwachsener oder sagen wir als Mündiger, denn das kann auch ein Kind von 8 Jahren sein? Untertauchen oder Besprenkeln? Meine Antwort ist: Was immer dir hilft, Deinem Gewissen klar zu machen, dass du schuldfrei bist!
Kann man sich mehrmals taufen lassen?!
(Ich meine jetzt nicht einmal als Baby,einmal als Erwachsener, sondern eher sowas wie einmal mit 14, einmal mit 33 - wie beim mir;))
Ich persönlich habe mich mit 14 taufen lassen,weil meine Freunde das getan haben. Ich wusste zu dem Zeitpunkt weder, wer Jesus war, noch irgendetwas über Sündenvergebung. Meine kürzliche Taufe empfand ich tatsächlich als eine Befreiung. Insofern sage ich persönlich: Wenn man keine bewusste Taufe hatte, sich aber eine wünscht, dann kann man das tun, es spricht prinzipiell nichts dagegen.

Sollte man sich wieder und wieder taufen lassen, weil man immer Mal wieder ein schlechtes Gewissen Gott gegenüber bekommt?
Sicher nicht! Das Problem ist dann nicht die Taufe, denn die tut ja e nix zur Sache, sondern DEINE Identität in Christus.

Muss man sich überhaupt taufen lassen?
Ich denke, für jemanden, der gerade zum Glauben gekommen ist, stellt sich die Frage nach der Taufe nicht. Vermutlich wird er einfach das Bedürfnis haben, öffentlich zu bekunden, dass er jetzt zu Jesus gehört.
Dennoch trägt die Taufe an sich nichts bei zur Errettung. Man kann getauft und nicht errettet sein, genauso wie man errettet und nicht getauft sein kann.

Es gibt da auch noch eine schöne Stelle in der Apostelgeschichte, wo Aquila die Gemeinde bittet Apollos aufzunehmen, der"nur" auf Johannes getauft ist, nicht auf Jesus.

"Aber ein Jude mit Namen Apollos, aus Alexandria gebürtig, kam nach Ephesus, ein beredter Mann, der mächtig war in den Schriften. Dieser war unterwiesen im Weg des Herrn und feurig im Geist; er redete und lehrte genau über das, was den Herrn betrifft, kannte aber nur die Taufe des Johannes. Und er fing an, öffentlich in der Synagoge aufzutreten. Als nun Aquila und Priscilla ihn hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes noch genauer aus. Als er aber nach Achaja hinübergehen wollte, ermunterten ihn die Brüder und schrieben an die Jünger, dass sie ihn aufnehmen sollten. Und als er dort ankam, war er eine große Hilfe für die, welche durch die Gnade gläubig geworden waren. Denn er widerlegte die Juden öffentlich mit großer Kraft, indem er durch die Schriften bewies, dass Jesus der Christus ist."
Apostelgeschichte 18:24‭-‬28 SCH2000

Es gilt: Prüft unbedingt selbst, ob ich die Wahrheit schreibe und verlasst euch nicht auf meine Gedanken!
Werdet mündig, lest eure Bibel selbst!
(Das ist die Lektion, die ich in den letzten Wochen von Gott gelernt habe:))

Ich danke Gott, dass er uns zu großer Freiheit berufen hat. Eine weit größere Freiheit, als wir Menschen jemals erfassen können oder auch nur bereit sind, praktisch zu leben.
Alles ist erlaubt, aber nicht alles ist nützlich!
In diesem Sinne, Danke lieber Vater im Namen Jesu!
Amen

Donnerstag, 15. März 2018

Gottes Schaf in Ewigkeit

Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alle, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen.
Johannes 10:27‭-‬29

Dieser Vers hat mich in meinem Glaubensleben schon immer begleitet. Schon früh war für mich völlig klar, dass,wenn ich Gott einmal erkannt habe, es keine Chance gibt, wieder von ihm Weg zu kommen. Das glaube ich jetzt wieder, aber in den letzten Wochen hatte ich einen echten Kampf um diese Wahrheit.
Und das hat mir nochmal verdeutlicht: Nicht ich halte an Gott fest, sondern er an mir! Und mein ganzer Glaube kommt von ihm! Alles,was ich tue, meine ganze Überzeugung resultiert nur aus meiner Sicherheit in seiner Liebe.
Vor einigen Monaten wurde in mir ein kleiner Zweifel gesät,den ich nicht erkannte. Es war der Klassiker: "Hat Gott wirklich gesagt..."
Hat Gott wirklich gesagt, dass es ausreicht, NUR AN IHN ZU GLAUBEN?
Spricht Jesus nicht viel mehr über Selbstaufgabe und Gehorsam?
Sind Selbstaufgabe und Gehorsam nicht eine notwendige Frucht von Glaube?
Ist Glaube ohne Werke nicht tot? Und toter Glaube, rettet der?

Aus der einen Frage wurden immer mehr und mehr. Und kurze Zeit später wusste ich nicht mehr, wo hinten und vorne ist. Und niemand konnte das für mich auflösen, denn es stand ein Bibelwort gegen das andere.
Ungefähr so wie hier:

Darauf wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er vom Teufel versucht würde. Und als er 40 Tage und 40 Nächte gefastet hatte, war er zuletzt hungrig. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich, dass diese Steine Brot werden! Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht!« Darauf nimmt ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellt ihn auf die Zinne des Tempels und spricht zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürze dich hinab; denn es steht geschrieben: »Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben, und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht etwa an einen Stein stößt«. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht geschrieben: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen!« Wiederum nimmt ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und spricht zu ihm: Dieses alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest! Da spricht Jesus zu ihm: Weiche, Satan! Denn es steht geschrieben: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen!« Da verließ ihn der Teufel; und siehe, Engel traten hinzu und dienten ihm.
Matthäus 4:1‭-‬11

Doch Jesus kannte Gottes Wesen und war vollkommen in seiner Liebe. Ich nicht. Ich zweifelte. Und so konnte der Durcheinanderbringer mir alles durcheinander bringen. Es war unmöglich für mich klar zu sehen. Es war viel Wahrheit gemischt mit einem ganz kleinen bisschen Lüge. Ich will die Schuld nicht von mir weisen, aber ich hatte keine Chance. Ich kam da allein nicht raus und, um es mit Davids Worten auszudrücken, Menschenhilfe war nichtig.
Glücklicherweise gehöre ich aber nunmal zu Jesu' Schafen, statt also dieser Lüge völlig zu erliegen, brachte es mich in totalen Unfrieden. Gott zog mich in ein Fasten, er zog mich ins Gebet, er zog mich in sein Wort.
Dennoch ging dieser Kampf etwa zwei Wochen lang. Wenn ich Bibel las, las ich nur noch Verurteilung. Wenn ich betete, war ich zwar ganz bei Gott, aber ich verlor ihn, sobald ich nicht mehr im Gebet war.
Es war schlicht und ergreifend schrecklich!
Und die Tatsache, dass ich mir meines Glaubens vorher so sicher war, erschwerte die ganze Sache, denke ich enorm.
Es gibt viele Leute, die meinen Glauben bewundern und ich fürchte, da hat der Satan mich echt beim Hochmut erwischt. Ich war frustriert, dass ich nicht einen fand, dessen Herz so für Evangelisation schlägt wie meines. Und ich glaubte, es liegt an ihrem Glauben. Tut es vielleicht auch, aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist:
Mein Glaube ist nicht mein Verdienst!
Gott ist Anfänger und Vollender des Glaubens. Hab ich Erkenntnis, dann nur, weil Gott sie mir geschenkt hat, nicht weil ich sie mir verdient habe.
Habe ich Glaube, dann weil Gott ihn in mir hat wachsen lassen.
Und zu guter Letzt:
Habe ich ewiges Leben, dann einzig und allein durch das, was Jesus getan hat! Mitnichten kann ich mir das verdienen und mitnichten könnte ich es durch Ungehorsam zerstören. Ungehorsam war die Ursünde und genau diese wurde am Kreuz gesühnt. Ein für alle Mal. ICH kann Gott gar nicht gehorsam sein. Nicht ohne Jesus, aber auch nicht mit.
ABER: MIT Jesus will ich es. Und das ist der Unterschied. Ein Sünder möchte Gott nicht gehorsam sein, ein Heiliger schon!
Ein Heiliger kann sagen, er liebt Gott, weil er erkannt hat, dass Gott ihn zuerst geliebt hat und die Antwort darauf kann nur sein auf die Knie zu gehen.
Vollbringen kann ich dies alles aber nur durch Gottes Geist!
Und dieser ist auch meine Gewissheit für mein ewiges Leben.
Durch Gottes Geist allein ist Jesus wieder zum Leben auferstanden. Der Gleiche Geist ist auch in mir. Was wird also notwendigerweise passieren, wenn ich sterbe?
DER GEIST GOTTES WIRD MICH VON DEN TOTEN AUFERWECKEN ZUM EWIGEN LEBEN! Weil Jesus für all meine Zweifel, all meinen Ungehorsam und jede meiner Sünden bezahlt hat UND ICH DAS GLAUBE!

Vater, ich danke Dir, dass ich in deiner Hand bin. Das ich straucheln kann und wanken,aber Du mich nicht loslässt. Dass du verirrte Schafe suchst und sie zurück trägst zu deiner Herde! Du bist der gute Hirte!
Ich danke Dir für Deine unbegreifliche Liebe, deine unermessliche Gnade und dass das Opfer Jesu mehr als genug ist!
In Jesu Namen, Amen